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Ausgabe 102
Juli 2010

 

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Als wir im Juni in New York waren, durfte ein Besuch im Guggenheim Museum nicht fehlen. Was uns den Atem stocken ließ: Die Bilder von Mark Rothko! Seine Kunst lässt so gut wie niemanden kalt - auch uns nicht. Man ist entweder heftig beeindruckt und emotionalisiert von der Kraft seiner Farben, vor allem wenn man sie im Original gesehen hat. Oder heftig entsetzt vom Grad der Abstraktion.

Einfach nur gut finden? Ganz okay? Niemals! Rothko polarisiert.

Das wollte er auch. Ihm graute vor jedem Hauch von Mittelmaß. Um jeden Preis wollte er vermeiden, dass seine Kunst die Betrachter unberührt vorbeigehen lässt. Wenn man der Figur folgt, die ihn im preisgekrönten Drama "Red" verkörpert, das gerade am Broadway läuft, dann hasste Rothko nichts so sehr, wie die typischen Zustimmungsfloskeln: "Wie war dein Tag?" – "Ganz gut." "Wie schmeckt die Putenbrust?" – "Ganz okay, danke." "Wie findest du seine Bilder?“ – "Ja, gut halt." So ein Urteil hätte den gebürtigen Balten explodieren lassen! In "Red" sagt er wörtlich:

     
I don't want you to like my pictures.
                   I WANT TO STOP YOUR HEART.

Wow! Was ist das für ein Ziel!

Wie tritt ein Maler an die Leinwand mit diesem Ziel im Kopf?
Wie agiert ein Unternehmen, das mit "ganz gut" nicht zufrieden ist?
Wie handeln Mitarbeiter, denen "gute" Projekte einfach nicht gut genug sind?
Wie sähe die Welt aus, wenn wir Produkte oder Dienstleistungen anbieten würden mit dem Ziel: WE WANT TO STOP YOUR HEART!


Herzklopfende Grüße!


Anja Förster & Peter Kreuz
 

KOMMENTARE

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Backstage Talk: Louis Rossetto



Wir schätzen Louis Rossetto sehr. Er ist der Gründer des Magazins Wired – lange Jahre das Sprachrohr der digitalen Revolution. Inzwischen ist das Magazin an das Verlagshaus Condé Nast verkauft und Rossetto war bereit für eine neue Revolution. Diesmal in der Schokoladenproduktion.

Gemeinsam mit dem früheren Space-Shuttle-Ingenieur Timothy Childs und Karl Bittong, einem Veteranen der Schokoladenindustrie, gründete er vor vier Jahren Tcho. Die Geschäfts-DNA vereint die Ideale des Silicon Valley mit der Esskultur San Franciscos. Tcho entwickelt neue Schokoladensorten als limitierte "Beta-Editionen", die von Kunden getestet und verbessert werden, ganz so wie in der Softwarebranche.

Wir haben Louis Rossetto zu einem entspannten und ungemein stimulierenden Gespräch in Berlin getroffen.
 

 

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Backstage: Zappos

Wenn Ihnen ein Geschäft verspricht, dass Sie die Ware 28 Tage lang problemlos zurückgeben können, dann hat dieser Laden eine vorbildliche Service-Politik. Oder?

Wir gehen davon aus: Das rechnet sich. In dieser Firma hat auf jeden Fall jemand kalkuliert, dass die durch die Bearbeitung der Rückgaben anfallenden Verluste mindestens ausgeglichen werden durch das positive Image und die resultierende Kundenbindung. Das ist der Stand der Dinge in Sachen Service.

Und jetzt kommt Zappos.

Wer bei dem amerikanischen Online-Schuhhändler bestellt, kann die Ware 365 Tage lang zurückgeben. Ein Jahr lang!

Und Zappos erstattet nicht nur den vollen Kaufpreis: auch Versand und Rücksendung sind IMMER kostenlos!

Sind die denn wahnsinnig geworden?
Kein Wunder, dass es Kunden gibt, die 50% (!) ihrer bestellten Ware zurückschicken. Der real gewordene Alptraum eines jeden besonnenen Marketingprofis!


Höchste Zeit, mal aufzuräumen:

WEG mit der übergroßzügigen Rückgaberegelung – Wer seine Schuhe in schwarz braucht statt in braun, hätte sich das auch gleich überlegen können. Eliminiert die Schmarotzer!

WEG mit der übergroßzügigen Versandkostenregelung – Wer das Porto selbst zahlen muss, überlegt sich gut, ob er drei Paar Schuhe bestellt, um dann zwei zurückzuschicken. Eliminiert die Zauderzausel!

WEG mit den Retouren-Königen und ihren 50%-Quoten! Wer mehr kostet als er bringt, soll anderswo kaufen. Eliminiert die unrentablen Kunden!

Das wäre die normale Reaktion.

Wäre das auch die intelligente Reaktion?

Schauen Sie mal genauer hin: So wie Zappos’ CEO, Tony Hsieh. Ihm ist aufgefallen, dass genau diese Kunden, die jeden zweiten Einkauf zurückschicken, auch diejenigen sind, die nicht die Schnäppchen kaufen, sondern die teuren Schuhe. Die ganz edlen Stücke, bei denen die Gewinnmarge für Zappos am höchsten ist. Ein präziser Blick in die Datenbank hat bestätigt: Die besten, profitabelsten Kunden von Zappos sind genau die mit den höchsten Retourenquoten.

Anstatt den Kunden also mit schärferen Regeln die Lust am Kauf zu verderben, kommt Zappos ihnen sogar noch einen großen Schritt entgegen. Die Mitarbeiter im Callcenter ermuntern die Kunden sogar, mehrere Größen und Farben zu bestellen und das, was nicht passt, dann einfach wieder zurückzuschicken.

Versuche nicht, dich interessant zu machen – interessiere dich für die anderen! Das ist Tony Hsiehs Motto.

Viele Unternehmen glauben im Kontext von PR und Marketing an die Wirkung einer glänzenden Markenfassade – statt an gelebte Markenversprechen. Zappos zeigt mit seiner Service- und Umtauschpolitik wie abstrakte Markenwerte in konkretes Verhalten verwandelt werden können - und welch ein starkes Band zwischen Kunden und Unternehmen damit entstehen kann.

Dazu gehört auch, dass die Kundenberater von Zappos ohne Skript arbeiten. Statt vorgefertigte Konservenantworten abzurufen, sind die Mitarbeiter angehalten, ihren Kopf und ihre Phantasie zu benutzen. Und das kann dann schon mal dazu führen, dass der Kunde zusätzlich zu seinen Schuhen noch einen Blumenstrauß erhält. Zappos tut (fast) alles, um seine Kunden glücklich zu machen und die Kalkulation rechnet sich.

Warum sollten die Top-Kunden von Zappos woanders kaufen?

LINKTIPPS

Homepage von Zappos
Zappos Blogs
Zappos Core Values
BusinessWeek: Zappos as 2009 Service Champ
Zappos' Marketing Chief: "Customer Service is the New Marketing!"
Zappos' Best Customers Are Also the Ones Who Return the Most Orders
Zwei Beiträge über Zappos aus unserem Business Space Center:
 - We want to WOW our customers
 - Die Unternehmenskultur von Zappos
Hier können Sie auf diesen Beitrag verlinken

 

 

 

Backstage: Nike

Ein Problem, dessen Lösung der Quadratur des Kreises gleicht. Und ein Mann, den diese Herausforderung kreativ beflügelt. Solche Geschichten lieben wir! Wer uns in letzter Zeit hat sprechen hören, kennt die Geschichte von Jay Meschter, dem Director of Innovation bei Nike. Meschter und sein Team standen vor der folgenden diffizilen Herausforderung: Entwickelt einen Laufschuh, der so stabil und dabei gleichzeitig so leicht wie möglich ist!

Gewicht und Stabilität sind natürlich zwei widerstrebende Parameter, so wie Himbeereis und eine schlanke Taille. Oder Arroganz und Erfolg. Ganz klar, das ist eine harte Nuss!

Wie würden wir üblicher Weise diese Problemnuss knacken? Na klar, einfach dem typischen Problemlösungsverfahren folgen. Schritt 1: Wir grübeln über die Lösung des Problems. Aber was, wenn wir damit nicht weiterkommen? Dann eben Schritt 2: Wir fragen einen erfahrenen Kollegen. Aber was, wenn der auch nicht weiter weiß? Dann folgt eben Schritt 3: Wir fragen einen externen Spezialisten. Aber was, wenn der auch keine Lösung parat hat? – Das übliche Prinzip dahinter: Wir bohren in die Tiefe, um eine Lösung zu finden. Mindestens 90 Prozent der Firmen in Deutschland gehen bei der Ideensuche so vor, laut Erkenntnissen von Oliver Gassmann und Ellen Enkel, zwei führenden Innovationsforschern von der Uni St. Gallen und der Zeppelin-Uni Friedrichshafen.

Was aber, wenn das Programm, dem wir da folgen, genau das falsche wäre? Wenn die Lösung nicht in der TIEFE vergraben liegt, sondern in der B-R-E-I-T-E verstreut?

Karim Lakhani, Professor an der Harvard Business School sagt:
„Probleme, die in einem Wissensgebiet extrem herausfordernd scheinen, können aus der Perspektive eines anderen Gebietes geradezu trivial erscheinen.“

Das würde bedeuten, dass wir aufhören müssten, nach Experten zu suchen und stattdessen anfangen müssten, nach Analogien zu suchen – die Chancen sind groß, dass da draußen in der großen weiten Welt schon irgendjemand eine Lösung für unser Problem gefunden hat - auch wenn die Lösung in völlig anderer Gestalt daher kommt.

Dieses Vorgehen heißt „Cross Industry Innovation“ und genau diesen Ansatz nutzen nur maximal 10 Prozent der Unternehmen in Deutschland, so Gassmann und Enkel. Und so machte es auch Meschter. Er überlegte: In welcher Branche spielen Gewicht und Stabilität ebenfalls eine große Rolle?

Er fragte – BRÜCKENBAUINGENIEURE.


Der Nike-Flywire-Schuh hat einen papierdünnen, schmutzabweisenden Oberschuh, der alleine von Fasern getragen wird, die den Fuß umschließen wie Sehnen und die angeordnet sind wie die Tragekabel einer Hängebrücke. Da die Festigkeit nicht von einer mehrlagigen Oberfläche kommt, sondern von „Kabeln“, ist der Schuh auch enorm flexibel, was wiederum extrem angenehm und kraftsparend beim Laufen ist. Der Schuh wiegt bei großer Stabilität nur 92 Gramm – so viel wie eine Tafel Ritter-Sport, in die Sie einmal reingebissen haben.

Das ist eine ungewöhnliche und coole Lösung!

Aber um auf solche Antworten zu kommen, brauchen wir eine Geisteshaltung, die Konosuke Matsushita, einer der bedeutendsten Industriellen Japans, einmal so umschrieben hat:

Torawarenai sunao-na kokoro -
               Einen Geist, der nicht klebt.

 

LINKTIPPS

Homepage Nike
Nike über die Flywire Technologie
Prof. Ellen Enkel, Zeppelin Universität
Prof. Oliver Gassmann, St. Gallen
Nike Flywire bei Wikipedia
Hier können Sie auf diesen Beitrag verlinken

 

 

 

Outtake: Victor’s Secret

Backstage-Report-Leserinnen, die sich schon mal in diese fiesen figurformenden Strumpfhosen und Bodys gezwängt haben, weil sie einen Mann beeindrucken wollten, können aufatmen (falls sie nicht gerade JETZT so ein Ding tragen):
Ab sofort sind die Männer dran!

Auch leicht übergewichtige Bürohengste und abgeschlaffte Sesselpupser stehen mittlerweile unter dem Druck, so zu tun, als könnten sie es mit David Beckham, Marcus Schenkenberg und Til Schweiger aufnehmen.


Darauf setzt der Australier Gavin Jones. Der hat richtig viel Geld in die Hand genommen, um mit seiner Firma Equmen Männer in Form zu bringen. Statt Push-up-BHs bietet er Slips, die die Pobacken gegen die Schwerkraft beschleunigen. Statt Quetschstrumpfhosen tragen seine Kunden Hüftgoldhalter, die Oberkörper-Silhouetten von H nach V transformieren.

Ein Traum!

Ab sofort muss man den Speck nicht mehr mühsam weghungern und wegtrainieren, sondern kann ihn einfach dorthin schieben, wo mehr Rundung gewünscht ist. Am Ende werden dann auch noch Muskeln draus?

Liebe Damen, künftig müssen Sie dem Mann erst an die Wäsche gehen, um zu prüfen, ob das Sixpack echt ist!

LINKTIPPS

Equmen Homepage
Burkhard Schneiders Best-Practice-Business Blog

 

 

Up to date: Förster & Kreuz

Sechshundertzweiundachtzig Menschen haben ihr Foto eingereicht, um mit ihrem Porträt das Innencover unseres neuen Buchs NUR TOTE BLEIBEN LIEGEN zu zieren. Tolle Menschen. Tolle Fotos. Wir sind sehr stolz auf Sie! http://bit.ly/d3eibS

Unsere Roadshow zum neuen Buch NUR TOTE BLEIBEN LIEGEN nimmt Gestalt an. Veranstaltungen in folgenden 21 Städten sind aktuell geplant. Alle weiteren Infos (Anmeldemöglichkeit, Uhrzeit, Ort etc.) folgen hier in Kürze.

Zürich (6.9.); Düsseldorf (16.9.); Dornbirn bei Bregenz (20.10.); Heidelberg (22.10.); Mannheim (23.10.); Klagenfurt (11.11.); Hamburg (18.11.); Interlaken (27.11.); München (2.12.); Reutlingen (13./20./ oder 27.1.); Mainz/Wiesbaden (17.1.); Heilbronn (19.1.); Mannheim (24.1.); Wien (26.1.); Dortmund (27.1.); Münster/Osnabrück (31.1.); Stuttgart (7.2.) ; Siegen (15.2.); Leipzig (15.2.); Berlin (15.2.); Würzburg (21.2.).

Wenn Sie so lange nicht mehr warten wollen: Es gibt noch einen öffentlichen Gig mit uns beiden diesen Monat und zwar am 21. Juli in Rottweil. Sehen wir uns? http://bit.ly/9WQyP5


Was war noch so los?

In Heidelberg sind wir per Segway durch die Stadt gedüst. Wir hatten Riesenspaß und haben gleichzeitig viel über das Verhalten von Menschen gegenüber Innovationen gelernt: http://bit.ly/d22Y2s

In New York waren wir zwei Tage auf dem "World Innovation Forum" und haben uns von Referenten wie Michael Porter, Seth Godin, Chip Heath, Biz Stone, Ursula Burns, Andreas Weigend u.v.m. inspirieren lassen.
Durch Manhattan und Brooklyn waren wir dann schließlich noch zwei Tage mit dem Rad kreuz und quer unterwegs. Auch ziemlich innovativ - wie wir finden:  http://bit.ly/8YbmlX

Gelesen haben wir unter anderem ein starkes Buch: "Die fünf Geheimnisse, die Sie entdecken sollten, bevor Sie sterben": http://bit.ly/cGN5no

Was ist im Juli los?

Unser neues Buch NUR TOTE BLEIBEN LIEGEN geht in den Endspurt. Diesen Monat werden wir Teile des Hörbuchs einsprechen. Buch, E-Book und Hörbuch werden nämlich gleichzeitig am 13. September veröffentlicht. Ebenfalls im Juli werden wir einige Videoclips zum Buch produzieren.
Für den heißen Herbst werden wir dann unsere Batterien in unserem Haus in Frankreich aufladen: http://bit.ly/bi6Rk0  Savoir-vivre ;-)

Und noch ein Tipp: Wenn Sie noch näher dabei sein wollen, dann werden Sie Fan auf unserer Facebook Seite: http://bit.ly/atxjFC







 

Förster & Kreuz

Förster & Kreuz sind Bestsellerautoren und Business Querdenker aus Leidenschaft. Auf allen fünf Kontinenten spüren sie Unternehmen auf, die so unkonventionell wie erfolgreich sind: Organisationen, denen sich die besten Talente und Kunden anschließen. Menschen, die dafür brennen, mit ihrer Arbeit einen echten Unterschied zu machen. Und sie helfen ihren Lesern und Zuhörern dabei, diese Erkenntnisse für sich selbst zu übersetzen.


Zu ihren Kunden zählen die Führungsetagen von Unternehmen wie BMW, Gore, IBM, Mars, Siemens, Swisscom, T-Systems und Xerox. Die beiden Bestsellerautoren wurden mit dem Wirtschaftsbuchpreis ausgezeichnet.

Wenn Sie Förster & Kreuz buchen möchten, kontaktieren Sie bitte ihre Agentin Petra Steurer: Telefon (Schweiz): 0041-71-7446522;

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